Als Allrounder im Dienst der Lufthansa

Die Deutsche Lufthansa AG setzte ab 1958 vier L1649A "Super Star" in Ergänzung zu ihren bewährten L1049G Super Constellation auf Nordatlantikrouten ein.
Der im November des Jahres an Bord der "Super Star" eingeführte Senator First Class Service ist an Komfort und Luxus über den Wolken bis heute nur schwer zu übertreffen. Bei 20 „de Luxe“-Schlafsesseln und 12 „First Class“-Sitzen, von denen vier in Betten verwandelt werden konnten, war die maximale Passagierzahl auf 32 Fluggäste beschränkt. Dieser exklusive Zirkel traf sich während des Fluges in der gemütlichen Bordlounge zum Smalltalk über den Wolken.

Dass das Lufthansa-Flaggschiff Lockheed L1649A überwiegend nach Nordamerika eingesetzt wurde, verdeutlicht die starke wirtschaftliche und politische Ausrichtung des Nachkriegs-Westdeutschlands in Richtung USA. Doch so gerne die Gäste der Lufthansa mit der "Super Star" reisten – das anbrechende Jetzeitalter konnte auch der größte Bordkomfort nicht aufhalten. Und so verdrängten bereits ab 1960 Boeing 707 Jet Intercontinental die deutlich langsameren Lockheed Super Stars von den Prestige trächtigsten Routen der Lufthansa über den Atlantik.

Neue Aufgaben für ihre zuverlässigen L1649A suchend, ließ Lufthansa im Jahr 1960 zwei ihrer "Super Stars" von Lockheed zu Frachtern umrüsten. Als erste eigene Langstrecken-Frachtflugzeuge der Lufthansa kamen sie weiterhin zwischen Deutschland und den USA zum Einsatz. Ihre Frachtkapazität trug mit dazu bei, dass in den damaligen Jahren des „Wirtschaftswunders“ der Grundstein für die heutige Rolle Deutschlands als führender Exportnation gelegt wurde.

Einer der beiden Frachter, die "Super Star" mit dem einstigen Kennzeichen D-ALAN, wurde nun von der Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung zusammen mit den beiden ehemaligen Maschinen der TWA erworben. Obgleich sie nicht geeignet ist um wieder flugfähig restauriert zu werden, werden viele ihrer gut erhaltenen Bauteile und Komponenten in der fliegenden Lockheed L1649A der Stiftung zum Einbau kommen und somit ein Teil der nun anbrechenden, neuen Super Star-Ära.
Die L1649A verfügte über ein Wetterradar im Bug.
Die L1649A verfügte über ein Wetterradar im Bug.
Das Super Star-Logo mit dem Sternensymbol zierte alle L1649A.
Das Super Star-Logo mit dem Sternensymbol zierte alle L1649A.