Lockheed L1649A "Super Star"

Die erste "Super Star" der Lufthansa ging 1958 an den Start. Nach ihrer Restaurierung soll sich die Flugzeuglegende wieder in die Lüfte erheben.

09/2012 | Nummer Drei läuft!

Nach dem erfolgreichen Test des dritten Super Star-Motors, und dem für September geplanten Testlauf von Motor Nummer vier, rückt die für Oktober avisierte Fertigstellung eines kompletten Triebwerksatzes der L-1649A in greifbare Nähe.
Mit dem erfolgreichen Testlauf des dritten Motors vom Typ Curtiss Wright 988 TC18 EA-2 geht die Überholung von insgesamt sechs Super Star-Motoren in ihre zweite Halbzeit. Die Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung (DLBS) hat den auf die Überholung historischer Kolbenmotoren spezialisierten und im US-amerikanischen Grangeville, Idaho, ansässigen Fachbetrieb Anderson Aeromotive mit diesem umfassenden Arbeitspaket beauftragt. Zusätzlich zu den vier zum Einbau in das Flugzeug kommenden Triebwerken werden noch zwei Ersatzmotoren für die Super Star instand gesetzt.

„Dem Erstlauf des dritten Motors wird bereits im September die Nummer Vier folgen, so dass der komplette Satz voraussichtlich schon im Oktober zum Flugzeug in Auburn geliefert werden kann“, berichtet Andreas Linke-Diesinger, der im Super Star-Team der Lufthansa Technik für die Motorenüberholung verantwortlich ist. Ebenfalls in Arbeit ist das so genannte Quick Engine Change (QEC)-Equipment. Darunter versteht man Motoren-Anbauteile wie Kabelbäume, Geräte, die Motorenaufhängung, Schwingungsdämpfer und die Verkleidung. Dieses Arbeitspaket wurde von Anderson Aeromotive an Partnerfirmen vergeben, die berechtigt sind, diese Bauteile gemäß FAA-Vorschriften instand zu setzen und zu zertifizieren.

Die bisherigen Triebwerkstestläufe gestalten sich zur Zufriedenheit von Andreas Linke-Diesinger. Abgesehen von kleineren Kühlungsproblemen im hohen Leistungsbereich bei Motor Nummer Zwei, die dem ersten Testaufbau, und nicht dem Motor geschuldet sind, laufen die künftigen Super Star-Motoren einwandfrei.

Auch im Motorenbereich wird, wo immer möglich, der Originalzustand des Flugzeugs gemäß FAA-Kennblatt aus dem Jahr 1957 belassen. Nur dort, wo neue Bauvorschriften oder Sicherheitsaspekte es erfordern, erfolgen Änderungen. Alle weiteren, aus flugbetrieblicher Sicht wünschenswerten Ergänzungen werden erst nach dem Abschluss der ersten Phase der Restaurierung und dem Wiedererlangen der Lufttüchtigkeit vorgenommen. „Besonders im Elektrik-Bereich des QEC-Equipments kommen wir jedoch um sofortige Änderungen nicht umhin. Denn hier gibt es heute neue Vorschriften hinsichtlich des zugelassenen Materials, was den Ersatz zahlreicher Kabel und Stecker durch modernes Material erfordert“, weiß Linke-Diesinger.

Nach seiner Instandsetzung kommt auch das Synchrophasing-System erneut zum Einbau, das TWA bei dieser Lockheed L-1649A fabrikneu im Jahr 1957 installieren ließ. Neben der Drehzahlregelung überwacht es zusätzlich die Position der Propeller. Denn ist der Drehwinkelabstand der Props untereinander konstant, vermindert dies die am Rumpf ankommenden Schwingungen. Das schont nicht nur die Flugzeugstruktur, sondern bietet auch ein angenehmeres Reiseerlebnis für die künftigen Fluggäste der DLBS.

Wolfgang Borgmann


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