Lockheed L1649A "Super Star"

Die erste "Super Star" der Lufthansa ging 1958 an den Start. Nach ihrer Restaurierung soll sich die Flugzeuglegende wieder in die Lüfte erheben.

12/2010 | Jubiläum in Auburn

Vor zwei Jahren eröffnete Lufthansa Technik Vorstandsvorsitzender August-Wilhelm Henningsen vor rund 120 geladenen Gästen die eigens für das Lockheed Super Star-Projekt errichtete Halle in Auburn-Lewiston, Maine.
Aus kleinen Anfängen ist dort eine FAA zugelassene Repair Station gewachsen, in der zeitweise mehr als 40 Fachleute an sechs Tagen pro Woche vor Ort für das Projekt tätig sind.

Nach dem die Ehrengäste am 20. November 2008 den Hangar verlassen hatten, machte sich das Team um Michael Austermeier umgehend an die Fortführung der Arbeiten am Flugzeug, die bereits im Frühjahr 2008, damals noch unter freiem Himmel, begannen. Und das bisher Erreichte kann sich sehen lassen. Nicht nur bei den Arbeiten an der L-1649A selbst, sondern auch im organisatorischen Bereich. Ein Beispiel: Auf Wunsch der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA wurde der Betrieb in Auburn am 4. November 2010 als eigenständige Repair Station zugelassen, die seitdem als Bizjet Auburn firmiert. Eine Zulassung dieser Art kann bis zu vier Jahre dauern. Dank des Engagements des Teams und der guten Beziehung zur FAA konnte dies in sieben Monaten zum Erfolg geführt werden. Die Eigenständigkeit bedeutet in jedem Fall eine größere Verantwortung vor Ort zu übernehmen und sich durchaus einem höheren Verwaltungsaufwand zu stellen.

Mittlerweile hat das lokale Team die Ausbau- und Inspektionsphase an der Super Star beendet, die rund 6.000 Beanstandungen, davon 3.200 im Rumpf und 2.800 in den Tragflächen, zum Vorschein brachte. Das Engineering vor Ort analysiert jeden Befund. Jedem der Branche ist klar, dass Teile nur innerhalb der zulässigen Grenzen repariert werden dürfen Anderenfalls müssen sie ausgetauscht werden. LHT-Fachleute für die Materialbeschaffung und Ablaufplanung vor Ort haben im Laufe des Jahres den Projektfortschritt erheblich unterstützt. „Nicht zuletzt auf Grund der strikten Beschaffungsvorgaben im LHT-Konzern kann der Materialeinkauf teilweise aber dennoch mehrere Monate Zeit in Anspruch nehmen“, weiß Austermeier.

An Werktagen von 7 bis 18 Uhr, samstags „nur“ bis 16 Uhr, arbeiten er und seine Auburn-Crew an der Restaurierung der einstigen Königin der Lüfte.
Das Projekt bedeutet nicht nur Arbeit, sondern auch einen erheblichen Imagegewinn für den gesamten Lufthansa-Konzern. So diente die Super Star-Halle bereits als eindrucksvolle Kulisse für eine Ehrung des Gouverneurs von Maine und längst gilt das Projekt in den USA als Aushängeschild für eine äußerst erfolgreiche deutsch-amerikanische Zusammenarbeit.
Michael Austermeier: „Die in den USA geschätzten „deutschen Tugenden“, gepaart mit dem amerikanischen Pragmatismus, machen dieses Projekt so erfolgreich. Wir arbeiten multikulturell in einer großen Familie zusammen und es ist für alle ein großes Privileg bei diesem „once in a lifetime“ Projekt dabei sein zu dürfen!“


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