Lockheed L1649A "Super Star"

Die erste "Super Star" der Lufthansa ging 1958 an den Start. Nach ihrer Restaurierung soll sich die Flugzeuglegende wieder in die Lüfte erheben.

06/2010 | Interview: „Faszination Super Star“

Seit Anfang des Jahres ist Dean Raineri Leiter des Lockheed Super Star Teams der Lufthansa Technik AG. Redakteur Wolfgang Borgmann befragte den 54 Jahre alten Diplomingenieur zum aktuellen Stand des Projektes. Die Arbeiten an der Super Star gehen in enger Abstimmung mit der FAA voran.
Das Flugzeug steht komplett verpallt in der Halle in Auburn und die ersten Strukturreparaturen haben begonnen. Nach Abschluss der Befundungsphase soll in der zweiten Jahreshälfte 2010 ein kompletter Plan zur Restaurierung des Flugzeugs erstellt werden.

Borgmann: Wieweit sind die Restaurierungsarbeiten an der Super Star jetzt im Juni 2010 gediehen?

Raineri: Wir befinden uns in der Endphase der Befundung der Flugzeugstruktur und dokumentieren den Zustand des 1957 gebauten Flugzeugs sehr genau. Dies nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch, als wir dies ursprünglich vorhersehen konnten – ist jedoch unumgänglich, um die Lufttüchtigkeit wieder zu erlangen.

Parallel zum Abschluss der Befundung der Primärstruktur des Flugzeugs haben vor gut zwei Monaten die Vorbereitungen für die ersten Strukturreparaturen begonnen. Das Flugzeug steht jetzt komplett verpallt, d.h. stressfrei/lastfrei in der Halle in Auburn/Maine.

Aktuell wird an den Flügeln gearbeitet, die von außen nach innen instand gesetzt werden.  Auch die tragenden Teile des Kabinenbodens sind in Arbeit und die vorbereitenden Maßnahmen zur Rückrüstung der Frachtertüren zu Passagiertüren laufen auf vollen Touren.

All diese Instandsetzungsmaßnahmen laufen in enger Abstimmung mit der FAA und werden je nach Einstufung ihrer Relevanz, erst nach Freigabe seitens der FAA umgesetzt.

Borgmann: Gibt es einen aktuellen Termin für die Fertigstellung des Flugzeugs?

Raineri: Erst wenn die laufende, intensive Befundungsphase komplett abgeschlossen ist, womit ich in naher Zukunft rechne, werden wir klarer sehen und in der zweiten Jahreshälfte 2010 einen Plan zum Wiederaufbau des Flugzeugs erstellen können. Und erst wenn dieser Plan in allen seinen Facetten entwickelt ist, kann man eine fundierte Aussage über den wahrscheinlichen Zeitpunkt des zweiten Erstfluges der L-1649A treffen. Aber selbst dieser Plan kann auf Grund diverser Unwägbarkeiten bei einem solch komplexen Unterfangen noch ins Wanken geraten.

Grundsätzlich gilt aber: je eher, desto besser. Jeder im Projekt möchte die L-1649A so schnell wie möglich fliegen sehen!

Borgmann: Was fasziniert Sie besonders an der Lockheed Super Star?

Raineri: Nachdem ich mein Ingenieurdiplom vor 30 Jahren an der TH Darmstadt erworben habe, erfüllte sich mit dem Einstieg bei Lufthansa ein Traum für mich.

Die Begeisterung für die Luftfahrt hat mich seitdem nicht mehr los gelassen, gleich ob als einstiger Verantwortlicher für die Technik Projekte der Lufthansa Express oder aktuell als Leiter der Einführungsvorbereitungen für die A380 Wartung – und künftig auch jener der 747-8I – bei der Lufthansa Technik.

Und so ist es auch ein wahr gewordener Traum für mich, dass ich zum Leiter des faszinierenden Super Star-Projekts berufen wurde. Eine Herausforderung, die in mancher Hinsicht mit der Inbetriebnahme der A380 durchaus vergleichbar ist.

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Dean Raineri Leiter des Lockheed Super Star Teams der Lufthansa Technik AG.