Lockheed L1649A "Super Star"

Die erste "Super Star" der Lufthansa ging 1958 an den Start. Nach ihrer Restaurierung soll sich die Flugzeuglegende wieder in die Lüfte erheben.

11/2011 | Herr über 5.000 Komponenten

Für mehr als 5.000 Super Star-Komponenten gilt es in den kommenden Monaten geeignete Fachbetriebe zur Überholung zu finden und den gesamten Prozess bis zur erneuten Montage termingerecht zu steuern. Eine Herkulesaufgabe für Manfred Rosenthal und sein Team, das es mit der nötigen Entschlossenheit in Auburn angeht.
Manfred Rosenthal (55) bereichert seit dem Frühjahr als Verantwortlicher für die Komponentenüberholung das Lockheed Super Star-Team in Auburn, Maine. Rosenthal wurde von der Lufthansa Passage an das Projekt abgeordnet, und kann auf einen großen Erfahrungsschatz an herausfordernden Aufgaben und Projekten im Lufthansa-Konzern zurückblicken. So war der studierte Wirtschaftsinformatiker unter anderem mit der Entwicklung von Planungstools für die Flugzeugabfertigung befasst und leitete verschiedene Lufthansa Stationen.

In direkter Nachbarschaft zum Wartungshangar, in dem die Super Star eingedockt ist, hat das aus fünf Mitarbeitern bestehende Komponenten-Team Quartier bezogen. Unter optimalen Bedingungen wurden dort bislang 5.000 Komponenten der L-1649A gelagert, katalogisiert, für den Versand zu Überholungsbetrieben vorbereitet, oder bereits auf den Weg gebracht. Dieser gesamte Prozess wird über das speziell für die Luftfahrt entwickelte Softwarepaket WinAir optimal abgebildet und gesteuert.

Manfred Rosenthal umreißt seine Tätigkeit selbst wie folgt: „Meine Aufgabe ist es, das gesamte Material zum Zeitpunkt des geplanten Wiedereinbaus termingerecht zur Verfügung zu stellen. Lockheed ist beim Bau der L-1649A sehr stark auf Kundenwünsche eingegangen, und so gibt es große Unterschiede im Komponentenbereich bei den ursprünglich an TWA, Air France und Lufthansa ausgelieferten Flugzeugen. Das macht die Suche nach Überholungsbetrieben nicht leichter, denn wir müssen nach Werkstätten suchen, die speziell Komponenten unserer einstigen TWA-Maschine mit dem erforderlichen FAA-Zertifikat überholen können. Welche Komponenten in das Flugzeug wieder eingebaut werden, definiert der zuletzt FAA zugelassene Revisionsstand des Flugzeugs, ergänzt um sicherheitsrelevante und operativ sinnvolle Änderungswünsche der Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung als Kunden und künftigem Betreiber der L-1649A.“

Bei der Suche nach geeigneten Fachbetrieben greift das Team auf spezielle Suchmaschinen zurück, in denen gezielt nach dem Leistungsspektrum für einzelne Partnummern geforscht werden kann. Zudem ist das Komponenten-Team hervorragend in der Branche vernetzt und tauscht sich nicht zuletzt mit anderen Betreibern großer Verkehrsflugzeuge der Propellerära über zuverlässige und ausreichend zertifizierte Fachbetriebe aus. Die vom Komponententeam betreuten Teile umfassen die Line Replaceable Units (LRU) und Standardteile wie Steuerseile und Leitungen. Steuerflächen, Klappen und Triebwerksverkleidungen zählen hingegen zur Sekundärstruktur und werden von der Produktion im Nachbarhangar verantwortet. Eine Ausnahme bilden die Türen, die ebenfalls in der Regie von Manfred Rosenthal und seinem Team liegen.

Der Komponentenhangar ist gemäß der in der Luftfahrt übllichen Regularien in zwei strikt getrennte Bereiche für „unserviceable“ und „serviceable“ Komponenten unterteilt. Noch überwiegen eindeutig die gut gefüllten Regale der „unserviceable parts“, aber das wird sich schon in Kürze ändern. Manfred Rosenthal erläutert den Prozess: „Zunächst war es wichtig, sämtliche Komponenten zu erfassen um einen Überblick über die Gesamtmenge der Teile zu erhalten. Nun können wir Prioritäten setzen und die Teile gezielt im Hinblick auf deren geplantes Wiedereinbaudatum versenden.“
                                   
Wolfgang Borgmann

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Manfred Rosenthal