Lockheed L1649A "Super Star"

Die erste "Super Star" der Lufthansa ging 1958 an den Start. Nach ihrer Restaurierung soll sich die Flugzeuglegende wieder in die Lüfte erheben.

09/2011 | “Motiviertes und qualifiziertes Team”

Am 1. Mai dieses Jahres hat Andreas M. Gherman (51) offiziell die Leitung des Lockheed Super Star-Projektes der Lufthansa Technik übernommen. n einem Interview schildert er seine persönlichen Eindrücke sechs Monate nach seinem Amtsantritt.
Am 1. Mai dieses Jahres hat Andreas M. Gherman (51) offiziell die Leitung des Lockheed Super Star-Projektes der Lufthansa Technik übernommen. Für den vormaligen Technikleiter der Lufthansa Passage war damit nicht nur eine neue Aufgabe, sondern auch ein Umzug zum Projektstandort in Auburn im US-Bundesstaat Maine verbunden. In einem Interview schildert Andreas M. Gherman seine persönlichen Eindrücke sechs Monate nach seinem Amtsantritt.

Herr Gherman, Sie sind nun seit fast sechs Monaten als Super Star-Projektleiter tätig. Mit welchen Erwartungen hatten Sie diese Aufgabe übernommen?

Ich hatte mich bereits vorab auf ein ganz besonderes Projekt eingestellt, das mit keiner anderen Leitungsposition im Lufthansa-Konzern vergleichbar ist. In Auburn habe ich dann ein hoch motiviertes und qualifiziertes Team vorgefunden, das mit unglaublichem Fachwissen und Einsatz an der flugfähigen Instandsetzung der L-1649A gemäß den Forderungen der FAA arbeitet. In enger Abstimmung mit dem Lufthansa Konzern hatte das Management von Lufthansa Technik und der Deutschen Lufthansa Berlin Stiftung (DLBS) ja kurz vor Jahresende 2010 beschlossen, die personellen Kapazitäten vor Ort aufzustocken und zudem erstmals einen ausschließlich für dieses Projekt tätigen Leiter nach Auburn zu entsenden. Diese weitsichtigen Beschlüsse tragen bereits erste Früchte, indem das Projekt nun deutlich schneller vorankommt.

Welche Themen werden Sie und Ihr Team in den kommenden Wochen vor allem beschäftigen?

Dies sind im Prinzip vier Kernbereiche. Zunächst die laufenden Strukturarbeiten am Flugzeug in der Halle in Auburn. Dann die forcierte Bearbeitung der Komponenten. Das Ingenieursteam um Dr. Sebus nimmt nun den Wiederaufbau der elektrischen Systeme in den Fokus. Und der Fortgang der Motorüberholung bei unserem Partnerbetrieb in Idaho ist auch ein wichtiges Thema.

Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag für Sie als Projektleiter in Auburn aus?

Für mich gibt es keinen „normalen“ Arbeitstag. Kein Tag gleicht dem anderen, was meine Aufgabe sehr abwechslungsreich und spannend gestaltet. Bis zum heutigen Tag diktiert unsere „Connie“durch die täglichen Arbeiten und die Befunde am Flugzeug das Projektgeschehen. Diese unplanbare Komponente des Arbeitstages ist eine Herausforderung für das gesamte Team, sei es in der Produktion oder beim Engineering, macht aber auch unglaublich viel Spaß. Dabei müssen wir natürlich unseren gesetzten Zeitplan und den vorgegebenen Kostenrahmen stets im Blick behalten. Aber das gilt für jedes andere Projekt im „normalen“ Lufthansa-Konzerngeschäft auch, und ist somit keine Spezialität der Super Star.

Was hat sich organisatorisch, neben der Verlegung der Projektleitung als Vollzeitjob nach Auburn, in den letzten Monaten geändert?

Das Projekt hat lange Zeit darunter gelitten, dass es Kapazitätsengpässe vor allem auch beim Engineering gab. Das wurde behoben, indem Dr. Rainer Sebus seit 1. März hier vor Ort ist und das Engineering aus Auburn heraus leitet. Damit einhergehend wurde die Engineering-Kapazität in Auburn und Hamburg personell aufgestockt. Diese Phase ist noch nicht ganz abgeschlossen, denn es werden noch weitere Ingenieure hier vor Ort bei unserem Partner-Ingenieurbüro eingestellt. Mit Manfred Rosenthal haben wir nun auch seit dem 1. März einen Verantwortlichen für die Komponenten vor Ort. Unweit des Überholungshangars wurde eine Lagerhalle angemietet, in der nun die ausgebauten Komponenten unter optimalen Bedingungen gelagert, katalogisiert, zur Überholung versandt – und schließlich einbaufähig erneut gelagert werden können. Dieser gesamte Prozess wird über ein integriertes EDV System optimal abgebildet und gesteuert.

Sind denn jetzt die Kapazitätsengpässe behoben und wie sind die Seniorexperten eingebunden?

In enger Abstimmung mit dem Engineering werden wir auch die Produktionskapazität am Flugzeug unter der Leitung von Michael Austermeier weiter hochfahren. Dieses mit dem bewährten Mix des eigenen Personals von Bizjet Auburn, Mitarbeitern einer Fremdfirma und der sehr wertvollen Unterstützung der jahrgangsbesten LHT-Auszubildenden. Hinzu kommen erfahrene Metallflugzeugbauer aus Hamburg und Frankfurt, die uns bei der Bearbeitung besonders kritischer Baustellen unterstützen. Nicht zuletzt greifen wir weiterhin auf das Know-how meines Amtsvorgängers Dean Raineri zurück, der von Frankfurt aus unter anderem die Projektkoordination in Deutschland leitet. Und wir haben jetzt in jeder Product Division der Lufthansa Technik einen festen Ansprechpartner auf Leitungsebene, der die Verantwortung in seinem Bereich für das Thema Super Star hat. Hier docken jetzt unsere bewährten Seniorexperten, die das Projekt bereits seit der ersten Stunde begleiten, an ihrem jeweiligen Fachbereich an. Wir nutzen also selbstverständlich auch künftig das wertvolle Fachwissen unserer Experten im Ruhestand und wären auch schlecht beraten, wenn wir dies nicht täten.

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